2012: Supernova
USA 2009
Director: Anthony Fankhauser (Tsunami Beach Club; Produzierte auch Mega Shark vs Giant Octopus und The Land That Time Forgot)
Writer: Anthony Fankhauser, Jon Macy, Jon Willis III
Cast: Brian Krause (als Ryan Kelvin; 1992 nominiert für die goldene Himbeere für “Rückkehr zur Blauen Lagune”), Heather McComb (Laura; 1993 nominiert für den Young Artist Award für Stay Tuned, in Scheidung mit den Typen von Dawson´s Creek), Najarra Townsend (Tina; 3 Wins in 44 Filmen, brauchte wohl Geld), Allura Lee (Kwan Ye; erste Rolle), Alan Poe (Dzerzhinsky; erste Rolle). Zu erwähnen sind noch die farbenfrohen Rollen wie Agent Greene und Farmer Brown.
Wer hätte das gedacht? Es geht tatsächlich noch schlechter als Ice Twisters!
Aber fangen wir von vorne an. Und zwar in der “Lyra-Constellation”. Also zu deutsch im Leier-Sternenbild im Wega-Sternensystem.
Von dort kommt nämlich eine schlechte Computer-Animation auf unser Sternensystem zu.
Deshalb wird 200 Jahre später unser Held Dr. Ryan Kelvin aus dem Bett geklingelt. Die schlechte Computeranimation scheint nämlich zu früh da zu sein. Jedenfalls schnappt er sich seine Frau Laura und seine Tochter Tina und fährt los zur Basis.
Auf dem Weg dorthin, werden sie jedoch von Syrern angegriffen und von der Straße abgedrängt. Übrigens ein beliebtes Stilmittel in diesem Film. Find ich gut: Das sind Autostunts, die man auch ohne Stuntman machen kann.
Wo war ich?…Ach ja!
Kelvin und seine Mädels müssen das Auto verlassen, weil sie einen Platten haben und immer noch von den Syrern gejagt werden. Zum Glück war ein Palettenlager in der Nähe, durch das sie rennen können. Sie können einen Truck kapern und mit ihm um die Ecke fahren, nur um zu erkennen, das das eine Sackgasse ist. Worst Carchase ever. Also müssen sie in das nächste Gebäude, also das an dem sie eigentlich schonmal vorbeigelaufen sind, rennen und sich in einem Abstellraum, oder sowas, verstecken. Doch einer der Klischee-Arab-Terroristen inklusive Arafat-Schal entdeckt sie. Doch er wird rechtzeitig von der Kavallerie niedergestreckt.
Hier lernen wir, das arabisches Blut nach 5 Sekunden wieder verschwindet oder das Kelvin seinen Doktor in Zauberei gemacht hat. Denn nach drei Cuts ist es wieder weg!
Ab hier wird unsere “Geschichte” in zwei Hälften gesplittet. Kelvin fährt zur Basis und macht da seinen Wissenschaftskram und die Mädels werden von den zwei Agents auch zur Basis gebracht. Weil sie aber noch die Kette der Mutter vergessen hatten und noch mehr Sachen einpacken müssen, fahren sie nochmal zurück. Ein plötzliches Erdbeben ruiniert aber die Pläne und sie lassen die gepackten Koffer wieder zurück. Wenigstens haben sie die Kette gefunden. Die wird danach übrigens nie wieder erwähnt. Ach ja! Das Haus wurde, laut ihren Angaben auch noch vollständig zerstört. Das glauben wir einfach mal ungesehen…
Auf dem Weg zurück zur Basis wird das Auto der vorausfahrenden Agents von einer riesigen Steinkugel erwischt, die durch ein erneutes Erdbeben von einer Bergkuppe heruntergerollt kam.
Unsere Heldinnen wurden zum Glück nur mit ihrem Auto von der Staße abgedrängt (das dritte Mal inzwischen, auf dem Weg zum rollenden Stein ist auf der entgegengesetzten Fahrspur der Asphalt hochgestellt, sodass, ohne Gefahr, die Autos sich selbst abgedrängt haben.). Doch die nächste Hiobsbotschaft folgt auf dem Fuße. In der Straße ist eine riesige Schlucht, sodass die Mädels nicht weiterfahren können. Zum Glück hat noch jemand weit genug davor ein Schild errichtet…
Also schickt Kelvin, den sie zufällig gerade an der Strippe haben, sie zu Pettersson (und Findus), dort ist es sicher. Also drehen die Damen wieder um und fahren zu Pettersson (und Findus). Das Auto wird auch nur einmal von einer umfallenden Stromleitung von der Straße abgedrängt und sie müssen deshalb auch noch einen Reifen wechseln. Nach kurzer Weiterfahrt geraten sie in einen Elekronensturm oder so etwas. Darin müssen sie schon wieder ausweichen. Diesmal Autos, die von den Blitzen getroffen werden und nicht mehr funktionieren. Nachdem sie feststellen, das sie eigentlich in einem Auto vor Blitzen sicher sind, wegen Faraday-Käfig und so, springt plötzlich die Beifahrerscheibe heraus und das Auto bleibt stehen. Also beschließen die Beiden den ganzen Faraday-Firlefanz wieder zu vergessen und durch das Gewitter in ein naheliegendes Bauernhaus zu rennen. Und das alles ohne BHs drunter, so ein Ärger. Natürlich treffen noch mehrere Blitze Bäume und kleine Büsche (?) auf ihrem Weg dorthin.
Dort wohnt ein dicker Farmer, der sie telefonieren lässt und ihnen sein Auto überlässt. Freundlicher Kerl könnte man meinen. Aber nein, urplötzlich beschließt er das Tina doch bei ihm bleiben soll. Doch bevor daraus eine gefährliche oder gar spannende Szene werden könnte, erschlägt Laura ihn mit einer Schaufel. Und los geht die wilde Fahrt. Inzwischen soll es in irgendeine Höhle gehen, keine Ahnung warum Pettersson (und Findus) nicht mehr aktuell ist. Vielleicht weil Schweden zu weit weg von Kalifornien ist…
Als nächstes wird das Auto durch einen Twister (leider ohne Eis) abgedrängt und durch eine weitere herabfallende Stromleitung erwischt. Also müssen die Damen weiter zu Fuss flüchten. Schon wieder in Haus abseits der Straße…
Der Wirbelsturm rast zum Glück vorbei. Aufatmen bei dem Praktikanten, der die SFX macht…
Also gehen die Damen weiter und machen diesmal ein total schrottiges Auto wieder flott um damit weiterzufahren. Wohin auch immer. Während der Fahrt hören sie die Ansprache des Präsidenten, so etwas sagt wie “Fickt euch! Der Planet ist im Arsch! Hättet Ihr besser die Demokraten gewählt!”
Kurz darauf geht den Kelvin-Girls der Sprit aus. Zum Glück sind da drei freundliche Mexikaner, die gerade einen Tankwagen ausplündern, die sie nach Benzin fragen können. Aber nein, plötzlich wird der Tanker von einem Blitz getroffen und explodiert. Also beschließen die zwei Hübschen in die Wüste zu gehen und zu verzweifeln. Bis…
Tolle Regie-Anweisung auch. Die Mädels wissen nicht, wo sie hingucken sollen…
Halt! Ich muss erstmal die Geschichte aus Ryans Sicht erzählen. Dessen Kram passiert nämlich währenddessen! Denkt jetzt nicht der Film würde erst die eine Geschichte und dann die Andere erzählen, nein nein. Das Ganze ist nach dem Lehrbuch: Eine Mädels-Szene, eine Ryan-Szene, Eine Mädels-Szene, eine Ryan-Szene und so weiter. Ist ja auch nicht schlimm. Es soll nur nicht der Eindruck erweckt werden, das der Streifen irgendwie künstlerisch erwähnenswert oder gar wertvoll ist.
Wir erinnern uns: Dr. mag. Kelvin (Doktor der Magie) wird zur NASA-Basis geschafft, wo schon Dr. Kwang Ye, aus China und Dr. Dzerzhinsky, der aussieht wie Dr. Forrester von Mystery Science Theater 3000 auf ihn warten.
Vielleicht ist er es ja. Zwischen links und rechts stehen etwa zwanzig Jahre…
Das sind die Wissenschaftler, die das ominöse Projekt, das seltsamerweise gar keinen Namen hat, ins Leben gerufen haben. Diese Leute haben nämlich, wie wir in dieser und in anderen Szenen erfahren, Atom-Raketen auf eine Raumbasis im Orbit der Erde gebracht, um unseren Planeten vor der fiesen Animation, also Strahlung von einer Supernova, zu schützen.
“Wie?”, fragt ihr euch. Ganz einfach. Diese unzähligen Atomraketen werden in der Magnetospähre gezündet und bilden so ein Schutzschild. Einleuchtend.
Um die Erklärung zu finden, warum die Syrer den guten alten Doc töten wollten, wird Captain James Moto engagiert. Der durchforstet den kompletten Internetverkehr der letzten Tage (Respekt!) und findet heraus, das jemand den E-Mail-Account von Ryan geknackt hat, und den Syrern eine Mail geschickt hat (wohl zu Syrien-Terroristen@gmail.net), das dieser Atombomben in den Weltraum schießt. Oha! Ein Spion. Dazu später mehr…
Der Grund warum Ryan aus dem Bett geklingelt wurde ist übrigens, das die Wissenschaftler sich verrechnet haben, um 24 Stunden.
Ja, wirklich 24 Stunden. zu erkennen an einer großen LCD-Countdown-Anzeige.
Diese Anzeige bringt aber garnichts, weil bei jeder Einstellung die Zeit eh immer kürzer wird, mal um einen Tag, dann um 20 Stunden. Blödsinn das Teil. Wahrscheinlich wollte der Regisseur so eine Anzeige für seine Nächste Party haben und hat sie dann einfach für den Film bestellt, der Lümmel!
Weiter mit der Ryan-Storyline: Sie diskutieren ob sie die Raketen in oder über der Magnetosphäre zünden sollen. Dann schicken sie zwei Spaceshuttles ins All, eins explodiert. Ryan telefoniert mit seiner Frau (seine Tochter schaut zu). Sie diskutieren weiter, weil jedesmal die Zeit weniger wird. Zwischendurch explodieren Pluto und diverse Monde. Der Spion, als Ninja verkleidet greift Ryan an. Wieder Diskussion über keine Ahnung was. Wieder der Spion. Sie beschließen zur Raumstation zu starten. Schlechte Erdbebenaufnahmen von Gebäuden, bei denen eigentlich nur die Fenster zerspringen. Die dümmste Dialogszene aller Zeiten, in Golfcarts…
Dann eine “Gibt es Gott”-Philosophie-Szene. Als nächstes erklärt Ryan den anderen Wissenschaftlern mit einem Pappteller, einen Plastikteller mit Loch und Kaffee, wie die Magnetosphäre funktoniert.
Ich habe laut gelacht, jeder Physiker wird in Ohnmacht fallen.
Als nächstes fliegen sie mit dem Spaceshuttle zu der cardassianischen Raumstation.
Dort angekommen starten sie das Projekt und benutzen dabei den besten Satz des Film:
“Programmieren sie die Abschußcodes. Ich versuche währenddessen meinen Laptop zum Laufen zu bringen!” Ja,ja, Scheiß Windows!
Aber nein, der Spion, der Ninja ist Dr. Ye. Sie tötet Forrester, quatsch Dzerzhinsky, und kämpft mit Ryan. Der kann sie mit einem Kabel elektrifizieren und schafft es die Raketen zu starten.
Aber nein, es sind 8 (!) Raketen zu wenig gestartet, also steuert er Deep Space Nine, quatsch die Raumstation, zu den Atombomben und opfert sich…
Tja, der Atom-Schild hat geholfen, und Ryan ist in letzter Sekunde eingefallen, das man den Mittelteil der Station abkoppeln kann. Er und seine Mädels sind gerettet. Aber lassen wir ihn selbst sprechen:
“Eine Supernova! Ein Stern, der explodiert!” [Achso, das war das!] “Der Ursprung des Lebens auf Kollisionskurs mit unserem Planeten! Dzerzhinsky sagte einst: Es wäre so, als würde Gottes große Hand durch das Universum fegen, um die gesamte Menschheit zu vernichten. Ein kosmischer Besen. Nur existent, um den Weg für etwas Neues zu schaffen. Gottes Wille oder nicht, es kam aus den Tiefen des Alls, und lies uns das Grauen und die Isolation der Einsamkeit spüren. Was macht ein Mann, wenn er mit dem Rücken zur Wand steht?” [einen Film für The Asylum drehen?] “Kwan Ye versuchte die Codes so zu verändern, das die östliche Hemisphäre stärker geschützt würde, um so den Erhalt ihres Volkes zu gewährleisten” [Was Unsinn ist, die Erde ist ja keine Scheibe...] “Wenn ich daran zurückdenke fällt es schwer jemandem Schuld für Geschehenes zu geben. Als man mich bei meiner Rückkehr wie ein Held empfing, sagte ich:” [löscht den Film aus meiner Vita, bitte] “KwanYe und Dzerzhinsky mussten sterben” [weil sie dreckige Kommunisten waren] “um nicht nur mein Leben, sondern das Leben von Milliarden Erdenbürgern zu retten. Wir waren nicht darauf vorbereitet…” [nur 200 Jahre lang] “und haben es nicht kommen sehen” [haben die Atomraketen nur in den Weltraum geschossen, um Syrien abzuschießen, aber... psst!] “aber wir fanden einen Weg! Der nukleare Schild hielt!” [nicht nur im kalten Krieg] “Aber nicht ohne Konsequenzen! Die Welt hat sich verändert.” [Wie werden wir wohl nie erfahren, hoffentlich] “Aber wir sind noch hier. Und zwar stärker denn je. Wenn all der Trubel vorüber ist, können wir uns endlich auf das Wichtigste konzentrieren…” [Playstation zocken!] “Nämlich auf uns selbst und unsere Liebsten!”
So dämlich, wie sich das anhört, ist auch der Film. Und er ist stinklangweilig.
Finger weg!
Was habe ich also von diesem Film gelernt?
- Autos sind nur fahrend Faradayische Käfige.
- Es ist schlau in Kalifornien ADAC-Mitglied zu sein: Viel abdrängen, viel ungekippte Stromleitungen, deshalb viel Reifenwechsel und viel Motor kurzschliessen.
- Syrisches Blut geht von alleine weg.
- Die Erde ist eine Scheibe.
- Alle Raumstationen sehen aus wie DS9.
- Bei Pettersson und Findus gibt es eine sichere unterirdische, strahlungssichere Anlage und alle hohen Tiere von der NASA werden dort Schutz finden.
- Atombomben sind doch cool.
P.S.: Wer nach Ansicht des Trailers denkt, das Auto der Protagonisten würde durch den heranfliegenden Truck abgedrängt (wie so oft), der irrt. Durch den fahren sie einfach durch…

















Was für eine Rezenssion! Hab die Seite eben erst gefunden und mir einiges durchgelesen. Wahnsinn! Ich komm aus dem Lachen nicht mehr raus. Sehr schöner Sarkasmus und gut platzierte Ironie.
Macht weiter so, ich les jetzt jeden Tag was bei euch.