Ice Twister
Ice Twisters
Kanada/USA 2009
Director: Steven R. Monroe (Tornado; Mongolian Death Worms [!])
Writer: Paul Bickett; Andrew C. Erin
Cast: Mark Moses (als Charlie Price); Camille Sullivan (Joanne Dyson); Kaj-Erik Eriksen (Eric) [sic!]; Alex Zahara (Damon); Luisa D´Oliveira (Ashley); Ryan Kennedy (Gary); Nicholas Carella (Phil); Chelan Simmons (Genau! Die mit dem tollen Bikini aus Shark Attack als Nora Elman); Frank Maloney (Frank O´Neil)
“Was seid ihr alle für Dilettanten!” Frank ins Telefon. Hat wohl die Autoren dran.
Als ich den Trailer gesehen habe, war ich sofort verliebt: Wirbelstürme, die auch noch alles gefrierendes Eis verbreiten. Cool, dachte ich mir, eine Mischung zwischen Twister und The Day After Tomorrow. Leider fiel mir zu spät ein, das beide Filme eigentlich nicht besonders gut waren.
Wir starten unseren supertollen SyFy-Film ein paar Meilen südlich von Portland, Oregon. Ein Flugzeug lässt 2000 unbemannte Sonden, sogenannte Seraphen, ab. Diese Seraphen lassen, wie wir im Laufe des Films erfahren, durch einen revolutionären Feuchtigkeitsverdampfer Wolken entstehen. Diese Wolken werden dann durch Silberiodid aufgelöst und lassen so Regen entstehen. Ein vierköpfiges Forschungsteam der FSF kontrolliert den Vorgang.
Moment, FSF? Nie gehört..
Mal googeln…
Die Abkürzung FSF steht für:
Financial Stability Forum, internationales Gremium, zur Stabilität der Finanzmärkte. Nöö, hat nix mit Wetter zu tun.
Fortbildungsseminar für Fahranfänger, Weiterbildung zur Verkürzung der Führerschein-Probezeit. Auch nicht…
Fótbóltssamband Føroya, färöischer Fußballverband. Da ist zwar auch Eis, aber das passt auch nicht…
Freiwillige Selbstkontrolle Fernsehen, Medienkontrollgremiu. Pfui, nee…
Institutum Fratrum a Santa Familia de Bellicio, Brüder der Heiligen Familie von Belley, Römisch-katholische Ordensgemeinschaft. Auch nicht, da ist eine Frau dabei.
Frauen, die Sex mit Frauen haben. Bitte lass es das sein!
Dieses Team besteht jedenfalls aus Gary, der Computerfutzi und sein Assistent Phil, Damon, der …ähm… was macht der eigentlich? Er steht die ganze Zeit rum, telefoniert rum, meckert rum, …ahh… er hat die Fördergelder beantragt. Also ist er sowas wie der Chefsekretär oder ein Assistent. Und dann ist da noch Joanne, die Projektleiterin und Wissenschaftlerin hinter der ganzen Sache.
Zur gleichen Zeit gibt der Hauptdarsteller, Charlie Price, eine Autogrammstunde im dem nahegelegenen Ort Harrisford.
Price ist nämlich, wie wir von einem meckernden Bücherwurm erfahren, ein ehemaliger Wissenschaftler, der jetzt Schätzing-mäßige Sci-Fi-Bücher schreibt. Später im Film, aber ich kann es jetzt schon mal erwähnen, erfahren wir, das er Professor für Metereologie an irgendeiner Uni und Joanne seine Assistentin war. Er hatte aber aufgehört, weil er es satt hatte Zeit zu verschwenden, ewig auf Fördergelder zu warten und die ganze Antragstellerei einfach nicht sein Ding war. Dann auch noch die erzwungene Partnerschaft mit der Regierung. Wo wir beim “Bösewicht” wären, aber zu dem komme ich später.
Bei ihm ist noch Nora, seine Managerin/Assistentin, ganz genau lässt sich das nicht sagen. Schade ist nur, das sie nicht den Bikini aus Shark Attack an hat. Was soll´s, die Bluse tut´s auch…
Sowohl diese Beiden als auch das FSF-Team stellen fest, das plötzlich ein heftiger Sturm aufzieht. Zu allem Überfluss fällt die Temperatur auch noch rapide…
“Da gerät was aus der Bahn! 14 Meilen östlich von uns. Über der Stadt “Harrisford” Mmh… Dachte in dieser Richtung wäre Nord-Westen.
Durch diesen Sturm wird ein Auto in die Luft geworfen. Price kann die hübsche Nora gerade noch zur Seite reißen. Der Bücherwurm hat nicht so ein Glück und wird erschlagen. Hat er jetzt davon, daß er den Hauptdarsteller kritisiert.
Inzwischen werden wir mit den nächsten Charakteren bekannt gemacht. Eric und Ashley, genannt Ash. Zwei Journalistik-Studenten, die auf dem Weg nach Harrisford sind, um einen Bericht über einen Tag im Leben von Charlie Price zu drehen. Wohl als eine Art Diplom-Arbeit oder sowas. Jedenfalls beobachten die Zwei Wolken, die plötzlich wachsen und schnell wieder verschwinden. Und wir erfahren, das sie spät dran sind, weil entweder Eric zu langsam fährt oder Ash zu oft pinkeln muss. Dieser Streit entwickeln sich zu einer Art Running-Gag, mit dem diese und noch zwei weitere Szenen unnötig in die Länge gezogen werden können.
Jetzt kommen wir endlich zum Bösewicht. Der heißt nämlich Frank und sitzt gerne im Halbdunkel, damit man gut erkennt, das er der Böse ist.
Frank ist irgendein hohes Tier im Wissenschaftsministerium in West Virginia und hat einen schwarzen Assistenten. Sklaventreiber!
Damon und Joanne kommen derweil in Harrisford an, wo gerade Nora in ein Krankenwagen verfrachtet wird. Die beiden Wissenschaftler nehmen Proben aus einer Pfütze und unser Charlie (nein nicht der Affe, der Schriftsteller/Wissenschaftler) riecht Lunte. Weil Charlie droht seine Beobachtungen öffentlich zu machen und weil sie eine neutrale Meinung brauchen, nehmen die FSFler Price mit.
Inzwischen macht ein neuer Sturm einen arglosen Farmer platt. Als unser Team zu dessen Acker kommt, finden sie ihn eingefroren, mit einer Silbervergiftung. Zu erkennen an der blau-grauen Färbung der Haut. Gut gegooglet. Daneben finden sie einen zerstörten Seraphen. Joanne sieht jetzt ein, das sie und ihr Experiment für die Toten und die Verwüstung verantwortlich sind und will es stoppen. Doch Frank schiebt dem Vorhaben telefonisch den Riegel vor. Die Dronen sollen weitermachen.
Währenddessen telefoniert Charlie mit seiner charmanten Assistentin, die sich jetzt auf den Weg zurück nach L.A. macht. Kurz darauf wird sie, und auch die zwei Studenten, von einem weiteren Twister überrascht. Während Eric und Ash nur von der Straße abkommen und zu Fuß weiter müssen, wird Nora scheinbar weggeweht. Ist zwar nicht zu sehen, aber Eric vermutet es, ganz effektsparend.
Joanne und Co. sind derweil im Basiscamp angekommen. Dort gibt es erstmal einen weiteren Streck-Running-Gag zwischen Gary und Charlie, indem der ITler den Schriftsteller verdächtigt, seine Idee für eines seiner Bücher gestohlen zu haben. Dadurch können mindestens acht Szenen gestreckt werden, wenn´s auch nur ein gehässiger Ausspruch von Gary ist. Jede Sekunde zählt bei solchen hauchdünnen Skripts.
Nach dümmlichem Techno-Brabbel und einer erneuten unsinnigen Szene, diesmal Differenzen zwischen Joanne und Damon, stellt sich heraus, das die Seraphen irgendwie Energie erzeugt haben und so “vertikales Wetter” entstehen lassen, wodurch diese Ice Twister entstehen. -Wartet´s ab, es wird noch besser.-
Ach, wo wir gerade beiden Seraphen sind, die gefundene Drone war natürlich zu nichts mehr zu gebrauchen, außer natürlich die Handlung zu strecken. Das Team beschließt, entgegen der Anweisung von Frank, das Projekt trotzdem zu beenden.
Aber, nein! Frank hat den Zugang zu den Dronen verschlüsselt und unsere Helden haben keinen Zugriff mehr. Doch das ist ja kein Problem für Gary, er kann sich einfach in das Programm reinhacken. Aber bevor es dazu kommt, zerstört ein weiterer Wirbelsturm das Basislager. Damon und Gary können mit den Notebooks in einem Auto fliehen. Charlie und Joanne können sich in einem Abwasserrohr verstecken. Was bei Twister klappt, klappt hier auch, obwohl ja eigentlich alles einfriert. Aber was soll´s, über solche Storylücken kann man hinwegsehen. Der arme Phil hatte nicht so ein Glück, das Auto, mit dem er weg wollte, wird von dem Tornado erfasst und in die Luft gewirbelt. Natürlich nicht ohne dass Phil noch einmal auf die Hupe drückt.
Ernsthaft, an der Stelle, an der ich den Screenshot gemacht habe, drückt er noch zweimal kurz auf die Hupe. Nicht irgendwie langgezogen oder so, nö, zweimal kurz, als wenn er jemanden grüßt. Möp-Möp!
Die Zerstörung des Basislagers wurde auch in Virginia registriert. Also schickt Frank ein Flugzeug los, das gucken soll, was da los ist.
Wieder eine Szene mit den Studenten. Nachdem sie wieder Wolken beobachtet haben, beschließen sie aus den Wolkenbildern einen Bericht zusammenzuschneiden. Dafür wollen sie zum lokalen Fernsehsender laufen.
Jetzt sehen wir, wie ein Flugzeug auf einen großen Wolkenhaufen zusteuert. Damit wir alle das auch kapieren, gibt es schon wieder eine Szene mit Frank und Bill, in der Bill Bescheid sagt, das das Flugzeug jetzt gleich da ist und das sie noch nichts vom Team gehört haben. Wieder eine Minute gewonnen.
Diesmal sehen wir Joanne und Charlie die Strasse hinunter laufen. Sie plappern über die böse böse Regierung, warum er aufgehört hat und sowas. Dann werden sie von Damon und Gary eingesammelt. Das Team sucht jetzt eine Internetverbindung, um wieder mit den Seraphen Kontakt aufzunehmen. Sie finden sie auch.
Während man versucht eine Internetverbindung aufzubauen, erfahren wir das alle Menschen evakuiert worden sind. Wieder statisten- und effektsparend durch pures Erwähnen. Da der Strom ausgefallen ist, starten sie den Benzin-Stromgenerator, der im Keller steht. Genau in einem dunklen Kellerraum, ohne Lüftung oder sowas.
Wenigstens war ein “Nicht Rauchen”-Zeichen an der Tür neben dem “Boiler-Room”-Schild angebracht.
Währenddessen kommen Eric und Ashley am Sender an.
Zurück in dem Motel hat unser Team eine Verbindung mit den Dronen, die aber nicht auf Garys Eingaben reagieren. Doch bevor er sich einhacken kann, fällt der Strom aus. Der Generator ist kaputt. Das FSF-Team kommt zu dem Schluß, das sie eine Satellitenverbindung brauchen und machen sich auf zum Fernsehsender.
Inszwischen ist das Flugzeug bei den Seraphen angekommen. Es friert allerdings ein und stürzt ab.
Dann wieder ein Schnitt zu den Studenten, die fleißig die Bilder schneiden und einen Bericht texten.
Die Wissenschaftler stoßen unterwegs auf einen entgleisten Zug, neben dem sie auch Noras Leiche finden. Alle sind bestürzt. Joanne kriegt Depressionen, das sie sich mit der Regierung auf so etwas eingelassen hat. Ist ja auch ein sehr zweifelhaftes Projekt Regen machen zu wollen. Das dabei vertikales Wetter entsteht und Eis-Twister hervorbringt war doch klar. Nicht jeder schafft das mit der Politik und der ganzen Bürokratie.
“Damon kann leider nicht raus, aus seiner Haut. Aber tief drin ist er todunglücklich.” Stimmt. Er ist kalt wie ein Eisblock.
Apropos Eisblock! Plötzlich kommt wieder ein Twister auf und unser Team kann gerade noch so fliehen. Dazu dramatische Musik und ernste Gesichter…
Jetzt beschließt Frank, nachdem er mit so etwas wie seinem Chef telefoniert hat, das er die Stürme doch nicht verantworten kann und befiehlt die Seraphen abzuschießen.
Nach einer mit dramatischer Musik unterlegten Szene kommt das FSF-Team endlich im Sender an. Dort startet Gary sofort wieder seine zwei Notebooks, die er die ganze Zeit mit sich herumschleppt und stellt fest, das sich über Portland ein riesiger Eissturm zusammenbraut, obwohl die Seraphen bereits von Kampfjets abgeschossen wurden. Charlie Price, unser genialer Wissenschaftler/Schriftsteller hat sofort eine “Erklärung” dafür parat. Die Stürme schaukeln sich hoch und gehen unendlich weiter, wie das Auge des Jupiter – Der Jupiter-Sturm.
Um den Sturm aufzulösen, gibt ihnen Frank, den sie inzwischen an der Strippe haben, die Freigabe die H.A.R.T.-Anlage zu benutzen. Mit der H.A.R.T.-Anlage und einem Satelliten wollen sie ein Loch in die Ozon-Schicht schlagen und so dem Sturm die Energie nehmen.
Hab euch doch gesagt das wird noch besser. Denn diese Idee ist eine Mischung zwischen Verschwörungstheorie und Halbwissen. Wer genaueres erfahren möchte, folge bitte meinem Link zum Wiki-Eintrag des HAARP-Projekts. Ich schüttle derweil den Kopf und fahre fort…
Diese ominöse Anlage steht in Portland, also müssen Charlie, Joanne und Damon durch die stärkste Sturmzone fahren, während Gary sich in den Satelliten hackt, mit Zugangsdaten, die Frank ihm mailt. Unsere überflüssigen Studenten senden inzwischen ihren Beitrag zusammen mit einer Sturmwarnung.
In der nächsten dramatischen Szene nutzt Charlie “den richtigen Winkel”, “nur Geschwindigkeit” und das “Trägheitsmoment” um durch die Sturmfront zu kommen. Er schafft es so auch irgendwie nicht tiefgefroren zu werden.
An der H.A.R.T.-Anlage angekommen, wird Damon durch plötzlich aufkommenden Super-Hagel erschlagen und ein argloser Wachmann weggeweht.
Lange Rede kurzer Sinn. Gary schafft es rechtzeitig den Satelliten schießen zu lassen.
Joanne und Charlie schaffen es rechtzeitig die H.A.R.T.-Anlage abzufeuern.
Und durch das riesige Ozonloch über Oregon ist die Welt gerettet.
Gerade noch rechtzeitig, denn das Eis kam gerade die Treppe hoch
Am Ende ist alles Paletti und Frank wird von der Polizei erwartet.
Oh, man. Das man haarsträubende Ideen vorgesetzt kriegt war ja zu erwarten, aber das ausgerechnet ein Ozonloch, die große Umweltkatastrophe der 90er, den Tag rettet ist schon zu viel. Insgesamt ist der ganze Film stinklangweilig. Die Darsteller spielen eine seltsame Mischung aus overacting und hölzern sein. Ihren Charakteren wird Tiefe vorgegaukelt, indem man sie in langweilige und dumme Dialoge verstrickt. Die Studenten sind nur da um die Laufzeit zu strecken und der Rest ist einem ziemlich egal. Warum die Leute plötzlich anfangen zu trauern und völlig verzweifelt sind, weil es Charlies Assistentin, die keiner außer ihm kannte, erwischt hat, nicht aber bei den angeblich vielen Toten, wovon wir nur einen gesehen haben, in Harrisford oder dem vereisten Farmer, der übrigens einfach auf der Wiese liegengelassen wurde. Nach der Lengeweile nervt am meisten die Diskontinuität dieser Ice Twister. Mal wird es nur kalt, dann friert einer zu Tode, das kann man ohne Probleme an den Stürmen vorbeifahren, dann werden Autos und Züge durch die Gegend geworfen, kann friert plötzlich wieder das Flugzeug ein, eine Silbervergiftung scheint es auch zu geben und am Ende erfindet man plötzlich einen Hagelschauer um einen Nebendarsteller effektvoll sterben zu lassen. Nee, das war nix…
Was habe ich also von diesem Film gelernt:
- In Oregon herrscht Linksverkehr.
- Jeder Mensch braucht einen Assistenten. In diesem Film hat nämlich sogar der Computer-Nerd einen.
- Temperaturen werden von Metereologen in “sudden drop” und “normal” gemessen.
- Daten können von Wind und Wetter beeinträchtigt werden.
- Ozonlöcher sind doch gut.
- Frauen können nicht pinkeln wenn sie wollen, nur wenn sie müssen.
- Wenn man Satelliten hackt, muss man auf Groß- und Kleinschreibung achten.
P.S.: FSF steht übrigens für Federal Science Foundation. Hätte ich auch sofort draufkommen können.
















wow ein geiler film ich liebe wirbelstürme